Obere Donau
Donaueschingen bis Wien

Mittler Donau
Wien bis Belgrad

Untere Donau
Belgrad zum Schwarzen Meer

Tour-Tagebuch

Tourstart: 8. August 2005

Obere Donau  - Donaueschingen bis Wien

12.August 2005

Ein Fluss und sein Reichtum

Am Montag den 8. August bin ich - ein blutiger Anfänger des Kajaksports - in Donaueschingen gestartet, um irgendwann in der Ukraine das Schwarze Meer zu erreichen.

Ein seltsamer Fluss, der mit nicht weniger als drei Quellen beginnt. Am oberen Lauf in Donaueschingen lassen das ruhige Fließen, die spärlichen Schilfränder, die Wasserpflanzen, die an beiden Ufern das Flussbett einzwängen  nichts von der Mächtigkeit im Südosten Europas erahnen.

In sanften Schleifen durchzieht das Junge Wasser die hochgelegene Talsenke, 700 Meter über dem Meer.

Niemals zuvor habe ich mir bewusst gemacht, dass das stressfreie Kajakwandern so traumhaft sein kann. Die sanfte Landschaft mit winkenden Baumwipfeln gleitet vorbei, unzählige Wasservögel streifen die Blicke und das Paddel intoniert gluckernd eine beruhigende Sinfonie.

Wer hätte vor einigen Jahren noch gedacht, dass sich dieser paradiesisch bunte Eisvogel wieder bei uns ansiedeln wird.

Das sich treiben lassen, die Seele über den Alltag erheben und einfach genießen - das geht nicht sehr lange.

Fluss kommt eigentlich von fließen.

Das Wasser der Donau wählte sich ihren Weg durch das Land der durchlässigen Erde. In den weitläufigen Schleifen bei Immendingen versickert das Wasser zwischen Steinbänken, bildet kleinere Rinnsale und tote Lachen und plötzlich dehnt sich das ausgetrocknete Flussbett in einem ansonsten sehr fruchtbaren Tal.

Hier heißt es das Kajak auf den Bootswagen hieven und bis nach Tuttlingen zu ziehen. Doch auch von dort war - am nächsten Tag dann das paddeln keine allzu große Freude. Nach den beiden das Wasser aufstauenden Wehren verflacht der Fluss aufs neue. Immer wieder musste ich aus dem Boot steigen und dieses zwischen Steinen und Geröll durch das Flussbett ziehen. Dies führte dazu, dass ich noch vor Mühlheim das Kajak aus dem Rinnsal zog um es zum zweiten Mal auf den Bootswagen zu laden.

Über 18 Kilometer bis Beuron. Über 18 Kilometer, die mir das Gewicht den Unterarm auf Affenlänge dehnte. 18 Kilometer, die durch eine traumhafte Landschaft führt. Genießen läßt sie sich auch wandernd - eine andere Perspektive als vom Wasser zu den bewaldeten felsdurchzogenen Ufern.

Naturerleben und Freizeitgesellschaft, der Spagat zwischen Schätzen und Benützen

Eine der schönsten Teilstrecken ist wohl das der jungen Donau von Beuron bis Sigmaringen. Reglementiert darf pro Tag nur noch eine bestimmte Anzahl von Booten diese Strecke befahren. Auch das Einsetzen des Bootes ist an feste Zeiten gebunden. der Naturschutz hat das Gefühl von Freiheit und Abenteuer zerstört. Aber die andere Seite ist auch: Wo wäre der Eisvogel, wie sähe die Flusslandschaft aus, wenn nicht in den letzten Jahren einschneidende Maßnahmen vorgenommen worden wären.

Wenn am Morgen die Laubhänge feuchtglitzernd aufleuchten und die Blätter in morgenfrischen Farben glühen, zieht der Fluss seine Nebelschleier zusammen und die aufgehende Sonne hebt eine ganze Welt aus einem dunstigen Flammenmeer. Dies zu schätzen ist unsere Aufgabe, und dies zu akzeptieren ist das trockene Brot der Freizeitsportler.

 

PRESSEMITTEILUNG

Solokajakwanderer auf dem Weg zum Schwarzen Meer

Martin Fluch, Heidelberger Sport- und Deutschlehrer hat auf seinem 2858 Kilometer langen Weg vom Schwarzwaldrand zum Schwarzmeerstrand seine erste längere Etappe hinter sich gebracht. Gestartet am Montag den 8. August hat er nach viereinhalb Tagen, am Freitagvormittag Ulm erreicht. Eine nicht zu unterschätzende Energieleistung, wenn man bedenkt dass Alpinist zum ersten Mal in seinem Leben in einem Kajak sitzt, und wenn man bedenkt, dass er nach Immendingen und nach Friedlingen das Kajak insgsamt über 25 Kilometer auf einem kleinen Bootswagen über die Radwanderwege gezogen hat. Die Donauversickerungen und ein für Bootsfahrer gesperrtes Naturschutzgebiet haben den 45jährigen stranden aber nicht verzweifeln lassen

"Das Laufen dieser Strecke war eingeplant. Ich wollte auf keinen Fall auf meinem Weg in die Ukraine auf einen motorisierten Untersatz zurückgreifen. Wenn man sich ein solches Ziel gesetzt hat muss man es auch mit allen Mittel versuchen zu realisieren". Dennoch sei es nicht gerade ein Zuckerschlecken gewesen und weitere Strecken hätten ihn sicher an den Rand der Verzweiflung gebracht.

In Ulm angekommen hatte Herr Fluch - per Handy auf der Donau tags zuvor ausgemacht - ein vielversprechendes Treffen mit dem Oberbürgermeister von Neu-Ulm, Herrn Noerenberg. Erste Kontakte für eine Einbindung der ukrainischen Stadt Ismail, in der der Lehrer acht Jahre lang gearbeitet hat, in das Netzwerk der Donaustädte unter Federführung der Stadt Ulm (Donaubüro), konnten auf der noblen Sonnenterasse des Mövenpicks mit Blick auf das Münster mit seinem gewaltigen Turm aufgenommen werden.

Einen sehr angenehmen und menschlichen Gesprächspartner habe er in Oberbürgermeister Noerenberg kennengelernt und er sei echt froh gewesen, dass er wenigstens noch die Zeit gefunden habe, sich zu waschen und zu rasieren, so der selbsternannte Donauvagabund.

Matrin Fluch wird am Samstag seinen Weg in die südöstlichen Tiefebenen fotsetzen und dann eine ganze zeitlang dem Weg der Nibelungen folgen. Wünschen wir ihm, dass der Weg weniger martialisch ist.

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19. August 2005

Am Samstag gings ab Ulm weiter. Wenn die Silhouette des Münsters verblasst, wird die Landschaft weiter. Die Donau fließt noch durch das schwäbische Land und die Gemütsruhe, die man den Bewohnern dieser Landschaft nachsagt überträgt sich auf den Fluss. Das Wasser scheint es wirklich nicht eilig zu haben, das Schwarze Meer zu erreichen und der mit Muskelkraft auf den Wellen unterwegs Seiende muss Geduld üben, darf die Landschaft genießen und fühlt sich erinnert an die Ulmer Schachteln, die einst stromabwärts trieben und nicht schneller aber dafür umso gewinnträchtiger unterwegs waren.

Ich habe die Mündung des Lechs passiert, ein leichtes anschwellen der Flut gespürt, die mich träge aus dieser Ebene trägt, zwischen Inseln zerfällt, sich wider sammelt und bei Neuburg ein zweites Tiefland erreicht.

Dort, in Neuburg, der pfalzgräflichen Residenz, schließlich verweilt der Heidelberger Donauwanderer und fühlt sich sogleich an das Heidelberger Schloss erinnert, wenn er erfährt, dass beide Residenzen dem gleichen Bauherrn gehörten. Ottheinrich dem Pfalzgrafen, der nicht zufällig die begehrte Kurwürde erhielt.

Am nächsten Morgen schweifen Blick und Boot in in die Ferne gen Osten, dorthin, wo zwischen Wäldern und Feldern das bayrische Land beginnt - und wo, wie wir seit neuestem wissen, die intelenteren Menschen wohnen!

15. 08.: Die Wolkendecke zieht sich immer mehr zu, die Temperatur ist erheblich gesunken. Und schließlich legt sich ein feiner Regenvorhang zwischen mich und die Landschaft. Das saftig strotzende Grün des Ufers verdunkelt sich, in den Schlingen des Flusses sind durch den Feuchtigkeitsschleier die Altwässer, Teiche und Riedmulden kaum noch zu erkennen.

Die Hand schmerzt, Zweifel kommen auf. Aber wenn man an der Grenze des Zumutbaren angekommen ist, merkt man erst, dass diese noch ein gehöriges Stück nach vorn geschoben werden kann. Das Ziel, das ich mir gesteckt habe fokusiert den Blick, den Willen und all die Ungemach, die mich auf einmal zu treffen scheint, reizt diesen unbändigen Willen in mir. Dieser Wille ist die mir eigene inhärente Kraft ein gestecktes Ziel mit unbändigem Wunsch erreichen zu wollen. Äußere Kräfte, die dem entgegenwirken, nähren diesen Wunsch geradezu, verstärken ihn.

Und plötzlich taucht es durch den Regenschleier auf: Weltenburg, eine letzte Landzunge, Kieselstrand, in den Wellen die schwankenden Schatten der Kirche. Und Wald, dunkle Tannen, Eiben, die erste Bergwand, die steil aus den Fluten ragt.

Ich muss mich auf den Fluss konzentrieren, dessen Fluten sich verengen und nach und nach das Tempo anziehen. Ein Naturschauspiel ohnegleichen - kommt das Herzklopfen von diesem märchenhaften Naturschauspiel oder dem reißenden Wasser, das bedrohlich nach dem Innern meines Kajaks leckt -, ein Katarakt von Felsen, ausgenagten Bergwänden, Kalksäulen, die senkrecht ins Wasser fallen und tief in den Fluten schimmern. Nach der letzten Kehre, die Felsenschlucht öffnet sich, eine Kiesbank auf der linken Seite. Im Hintergrund erkenne ich eine Art Grotte. Im Bruchteil einer sekunde entscheide ich mich anzulanden. Mit kräftigen Paddelschlägen gegen die mich vorwärtstreibende Flut ankämpfend höre ich schließlich den Donaukiesel unter meinem Kiel knirschen. Schnell herausgesprungen und das Kajak unter einen Baum gezogen. Mit den nötigsten Utensilien - Essen, Schlafsack, Kamera  und Zeltzubehör - flüchte ich mich ins Trockene. Eine unwirkliche, eine archaische Nächtigungsstelle. Der Kopf vergisst die Zeit, flieht die Zivilisation und reist zurück in eine Zeit, in der Naturgewalten für den Menschen noch etwas göttliches in sich trugen.

Ab Kilometer 2411 verändert die Tour ihr Gesicht. Bei Kehlheim spült der Main-Donau-Kanal die großen Schiffe in den Strom. Eine neue Erfahrung sind die riesenhaften Wellen, die durch den das Wasser durchpflügenden Bug der Lastschiffe hervorgerufen werden. Die bestimmt einen halben Meter hohen Wellen des zweiten Schifes, die mich von der seite trafen, mich an den Rand des Absaufens führten, machten mir wieder auf einen Schlag das richtige und notwendige Anfahren der Bugwellen bewusst.

Am Nachmittag des 16. August war Regensburg erreicht. Eine Stadt, durch die der erstmals hier ankommende mit offenem Mund und staunenden Augen wandelt. Die Stadt ist in Stein gegossene Geschichte, glücklich bewahrte geschichte. Landschaft und Stadt bilden ein geschlossenes Bild. Dies erkannte auch Dichterfürst Goethe, der des Lobes voll war, als er die Stadt das erste Mal besuchte.

Unter der berühmten Steinernen Brücke, 1135 erbaut und zu den ältesten Brücken Europas zählend, geht es am nächsten Tag weiter, bis der Breuberg, den Deutschlands Walhalla ziert, zu einem erneuten Landgang ruft. Das von König Ludwig I. von Bayern errichtete Bauwerk sollte ein Denkmal deutscher Größe sein. Eine Treppe führt hinauf zu den dorischen Säulen und oben öffnet sich der Blick nach Südosten in die weite Ebene, die durch die Schlingen des Flusses durchschnitten wird.

Muss das Fußballländerspiel, das den Mittwochabend den Fluß vergessen ließ erwähnt werden. Eigentlich nicht, der Fluss genügt sich selbst, aber der Paddler braucht ab und zu eine Pause, sowohl sein geschundener Körper, als auch sein Geist, der oftmals der auf ihn einstürmenden Eindrücke nur mit Mühe Herr wird..

So hat diese Pause und das am nächsten Tag sich gebesserte Wetter zu dem neuen Streckenrekord beigetragen. Angefangen hat der tag mit knapp 35 harten Kilometern, die aufgestaut und mit verfluchtem (Ost-)Gegenwind begonnen haben. Nach einer aus Verzweiflung im dekadent noblen Ruderer-Club Deggendorf eingeschobenen eineinhalb stündigen Pause, gings weiter. Die Wasser und Windgötter waren wohl beruhigt, denn plötzlich zeigte der Fluss sein ganzes Können. Im Eiltempo gings Passau entgegen. Und um 19.30 Uhr hatte ich eine romantische einsam gelegene Stelle für die Übernachtung erreicht - nach genau 74 gefahrenen Kilometern.

Am Freitag war es dann nur noch ein Katzensprung bis Passau. Eine Grenze ist hier markiert: Am Kilometer 2223 endet die deutsche Donaufahrt. Es sind bis hierher 635 Kilometer bewältigt. Deutschland besitzt damit die mit Abstand meisten Donaukilometer alleine, fast ein Viertel der Gesamtstrecke - und wohl mit all den Veränderungen, die der Fluss von der Quelle bis hierher durchgemacht hat eine der abwechslungsreichsten.

Ich werde hier eine kleingößere Pause einlegen, so wie damals die Nibelungen, als sie gen Osten zogen und Kräfte sammelten für die Erstürmung der Etzelburg.

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20. August 2005

PRESSEMITTEILUNG

Tschüss Deutschland

Deutschland ist durchpaddelt. Nach 630 Kilometern und 12 Tagen hat Martin Fluch Passau erreicht. Höhen und Tiefen haben sich in diesen ersten Tagen seiner mehrwöchigen Tour zum Schwarzen Meer abgewechselt. Nachdem der 44jährige Deutsch- und Sportlehrer am obersten Lauf der Donau sein Kajak nahezu 30 Kilometer hat ziehen, unzählige Kilometer in diversen Staustufen träge dahinschleichendes Wasser hat durchkämpfen müssen, kam auch noch eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung hinzu.

"Zuerst glaubte ich, dass ich für einige Zeit abbrechen oder zumindest einen Arzt konsultieren muss. Aber was wäre ein richtiges Abenteuer, wenn man nicht den eigenen Schweinehund bekämpfen kann."

Mit Salbenverbänden und Voltaren-Tabletten bekam der Paddler nach einigen Tagen das Problem leidlich in den Griff. Optimal sei es allemal noch nicht, verriet der Paddler.

Doch die märchenreiche Natur der Donaulandschaft und die begeisternden Städte Ulm, Regensburg und Passau entschädigen die Tor-Tour.

Am Samstag, den 20. August gegen 12 Uhr überschreitet Martin Fluch die Grenze nach Österreich. Dort stehen ihm weitere 350 Kilometer bevor, ehe er das Land Etzels erreicht - den Spuren der Nibelungen folgend.

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23. August 2005

Räume von Passau bis Krems.

225 Kilometer vor Verzweiflung schreiend und vor Freude strahlend. Minutendicht folgen diese Gefühle aufeinander.  Eigentlich kenne ich seit einer Woche nur Regen und Gegenwind. Sämtliche Klamotten sind nass, zumindest feucht, ein leicht modriger Geruch steigt mir in die Nase. das Zelt wird nass eingepackt, der Schlafsack saugt diese Feuchtigkeit auf ...

Und dann blitzt plötzlich die Sonne durch die graue Wolkendecke, der Wind lässt nach und die Donau fließt zügig gen Osten.

Und dann ist die hintere Luke voller Wasser. Es ist mir schleierhaft. Am Abend Überprüfung. Und ich stelle fest, dass das Kajak ein kleines Leck hat. Es gibt fast nichts mehr, das nicht nass ist. Habe mit nur bedingt geeignetem Material das Loch geflickt. Im Moment hält es.

Durch die Wachau. Ich hatte mir nichts konkretes darunter vorgestellt, Wein ja, aber dieser Landstrich lag mir bisher so fern wie einstens der Darien. Und die erste Stadt habe ich links - eigentlich rechts - liegen lassen. Es hat wie wild geregnet. die Stadt zeigte sich grau und die Industrieanlagen trugen zu einem durch und durch tristen Bild bei. Unter einer Brücke, die die Donau überspannt zog ich das Kajak an Land und ich richtete mich hinter dem Pfeiler ein. Es roch nach Urin, Fäkalien zierten den muffigen Sand - und in der Nacht stand plötzlich ein betrunkener Penner neben meinem Kajak und wra höchst interessiert - Schock. Es war eine unruhige Nacht, weit nach Mitternacht kam er zurück und legte sich auf die Bank, die gerade einmal zehn Meter entfernt stand.

Das war Linz, das keltische Lentia, die Hauptstadt Oberösterreicht, Hitlers Lieblingsstadt, die er in eine monumentale Donaumetropole verwandeln wollte. In seinen Träumen wäre das zyklopenhafte Linz sein Alterssitz geworden. Und jetzt begene ich einem Penner. Die Atmosphäre: Abgerissen!

Aber auch anderes, vorbei floss ich an der Unteren Donaulände Nr. 6. An dem Haus, das seit Zeiten der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft gehört, wo still und unauffällig über zwanzig Jahre Adalbert Stifter lebte und auf tragische Weise starb.

A.E.I.O.U., diese sibyllische Signatur auf dem Friedrichstor soll bitte nicht ein Zeichen für meine Tour sein:
Austria erit in orbe ultima.

Die Bergwände treten hart an beide Ufer, das Wasser treibt scheller dahin. Ganz nah ist der Greinerschwall, die felsige Enge des Donaudurchbruchs, der hier beginnt. Die Wassermassen brausen schneller dahin. Die Nähe des ehemaligen Strudels kündigt sich an. Hier lief 1854 die kaiserliche Yacht "Adler" auf Grund und die schöne Sissi, gerade unterwegs, um in Wien Kaisergemahlin zu werden, wäre fast ersoffen - so profan zeigt sich die Welt. Noch zwischen 1900 und 1945 gingen im Greiner Strudel 250 Schiffe verloren. Aber in Grein gibt es jene von Eichendorff beschriebenen Wirbel und Strudel nicht mehr. Aber in er von trüben Regenwolken eingehüllten Landschaft ist es leicht, sich vorzustellen, wie diese verschwommene Landschaft in die romantische Sehnsucht eines Eichendorff eingehen konnte.

Und wieder die Nibelungen: Pöchlarn, das im Epos verherrlichte "Bechelaren", wo Krimhilt und die nachfolgenden Burgunden weilten - wartend auf das Bier in der Etzelburg??

Und dann taucht Melk auf. Doch ein Verweilen ist nicht geraten - heute nicht. Die Flüchtigkeit des Lebens zeigt sich in der Strömung des Flusses. Uferwälder und Burgfassaden rücken in die Ferne. Vergangenes liegt im Gegenwärtigen bewahrt - und verflüchtigt doch.

So wie die Ruine Aggstein, die plötzlich auftaucht. Auf schroffen Felsen, oberhald von Dürnstein hatte Ritter Kuenring  ein Raubschloss auf einen Felsen gebaut und den Flusslauf beherrscht - und Richard Löwenherz nach seinem misslungenen Kreuzzug gefangengehalten. 35000 Kilo Silber sollen als LKösegeld bezahlt worden sein.

In Krems ist es trocken. Noch. Und Krems und Stein, die beiden benachbarten Städtchen werden durch das Und sowohl voneinander getrennt als auch verbunden. Ein ruhiges Dorf mit leeren ansteigenden Gassen, geschlossenen Gasthöfen, verlassenen Arkaden. Alles schweigt, alles ist klein und tot. Ein mit Glück gefundenes Gasthaus lässt mich den berühmten Wachauer Wein genießen. Es ist 21.00 Uhr, Dienstag der 23. August. Morgen geht es weiter in Richtung Wien - wenn die Flut mich lässt.

(Vorweggestellt und Nachgesagt: Ich bin kein Mozart der Computertastatur, ein Mozart, der seine Partituren angeblich auf Anhien fehlerlos niederschrieb. Verzeht mier deshalb Freunde meine FGeler, die mir in den kurzen Pausen, die ich mir zwieschen zwei Paddelschlögen gönne, am elektronischen Griffel unterlaufen. Auch dubios wirkende Kajak-Wanderer sind Menschen - manchmal - und wollen als solche geliebt werden.

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Mittlere Donau -  Wien bis Belgrad

1.September 2005

Von Krems nach Mohac. 550 Kilometer.

So gewaltig kommt der Fluss daher. Katastrophenmeldungen aus den Überschwemmungsgebieten erreichen mich nahezu stündlich. Das Hochwasser, das Süddeutschland heimgesucht hat, sitzt mir buchstäblich im Nacken. Wassermassen, die ganze entwurzelte Bäume mit sich reissen  treiben mich vor sich her.

Zwei Staustufen musste ich passieren und jedesmal, wenn ich das Kajak wieder dahinter in’s Wasser setzte, erwartete mich ein reissender Strom. Es war eine ziemlich beunruhigened Situation. Vor knapp drei Wochen habe ich mich das erste Mal in ein Kajak gesetzt, die Paddeltechnik war wohl alles andere als ausgereift, die Paddelstütze war mir nur in der Theorie bekannt - und jetzgleich dies. Anfangs kamen mir noch die grossen Schiffe entgegen, die die Wellen wie Bergkämme auftürmten und ich musste mir angewöhnen, die Spritzdecke zu benützen, nachdem ich einmal vollgelaufen bin. Und dann der Regen, immer wieder Regen, der das Sichtfeld extrem verkürzt, einen nassgrauen Schleier über die Landschaft zieht.

Und dann war es Wien, kurz vor Wien - in der Fischerhütte wärmte ich mich mit mehreren Gläsern Veltiner, bevor ich irgendwo mein Zelt aufschlug -, es war noch nicht der Balkan (der laut des lapidaren weltgeschichtlichen Bonmmots des Fürsten Metternich gleich am Rennweg, einer Strasse quer durch Wien, beginne), es war in Wien, wo mir mein Paddel abhanden kam. Aufwachen und ungläubig um mich schauen war so ziemlich eine Zeiteinheit. Kein Paddel. Somit war mein Erleben dieses Babel Mitteleuropas durch Stress bestimmt. Ein Paddel bekam ich schliesslich - von Wien dagegen keinen Eindruck. Ausser dem, der mir vom Kajak aus vergönnt war. Da mich aber am nächsten Tag das von den Wienern gewissermassen als eine liebenswerte Vorstadt Wiens betrachtete Bratislava erwartete liess ich es so dahingehen.

Die Hauptstadt eines der ältesten slawischen Völker ist über zwei Jahrhunderte  Hauptstadt des ungarischen Reiches gewesen.

Die Donau bildet hier - auf ihrem langen Weg zum Schwarzen Meer - die Begegnungsstätte zwischen Orient und Okzident, ist in sich Synthese von Kaukasus und Deutschland. Hölderlin verspürte Sehnsucht danach, Hellas oder den Kaukasus aufzusuchen und die Donau weist den Verlauf dieser erlösenden Reise. Und so wie die Stromkilometer von der Mündung zur Quelle führen, so schein auch in seinem Hymnus 'Der Ister' der Fluss zurückzufliessen. Er kommt aus dem Orient und bringt Griechenland nach Deutschland.

So ist wohl auch jede Reise - so wie es dieser Fluss uns Zeigt - nicht nur ein FORT, es ist ein in sich zurück, zurück zu den Ursprüngen Und vielleicht zielt jede Reise auf den Ursprung, ist eine Suche nach dem eigenen Gesicht und dem 'fiat', das es aus dem nichts geschaffen hat.

Und die Flut hat mich vorbeigerissen an Bratislava.

Die Flut liess keinen eigenen Willen zu.

Die Flut hat den Mensch zu ihrem Spielball gemacht.

Sie riss mich durch die Slowakei tief nach Pannonien.

Und hier zeigt der Fluss seine andere Seite. Oder hat eher der Mensch dem Fluss dieses Gesicht gegeben? Denn wenn Staaten eien Grenze suchen, findet man leicht einen Fluss. Denn Flüsse durchschneiden nicht nur das Land, sie hindern auch den Übergang und gewähren einen natürlichen Schutz. Die Donau trennt die Slowakei und Ungarn, hält die Länder aber gleichwohl auch zusammen. Und erst wenn in der Ferne die schimmernde Marmorpracht des erzbischöflichen Doms von Gran  - oder soll man richtiger, besser, heutiger ungarisch Esztergom sagen, fliessen  Fluss und Kajak in die magyarische Landschaft.

Der 21. Tag ist erreicht. Budapest ist erreicht.

Es war ein höchst eindrucksvoller Tag: In den frühen Morgenstunden hatte es furchtbar zu regnen begonnen. Frust kam auf. das Weiterpaddeln war mir ein Graus. Dennoch packte ich gegen 7.00 Uhr das klatschnasse Zelt ein, den modrigen Schlafsack stopfte ich in den wasserdichen Sack, der natürlich auch die Feuchtigkeit nicht nach Aussen liess. Der Fluss schlich träge dahin, schien zustehen - verdammt bitte keine Staustufe, woher soll sie kommen, kann das sein - genau an der Stelle, wo der Fluss seinen endgültigen Knick nach Süden schaffte. Die Vulkanberge zwingen den Lauf nach Süden, die grosse, noch grössere Ebene beginnt - vor uns liegt Pannonien, das Land der Steppe, der gehörnten Büffel, Ziehbrunnen.

Und dann plötzlich am Rand des Flusses, wie immer zwischen dichten Auenwaeldern herausrufen, der Kilometer 1655. Nur noch ein Weniges und Budapest ist erreicht.

Eine Stadt, die sich ganz anders gibt als Wien - auch wenn dieser vergleich immer wieder gesucht wird. Beide Städte liegen am gleichen Fluss, bleiben auch schicksalhaft in Abwehr und Freundschaft verbunden, doch während Wien irgendwo bei der Donau liegt - was sieht man eigentlich von der österreichischen Metropole, wenn man  auf dem Wasser diese Stadt an sich vorbeigleiten lässt -, gibt sich hier der Fluss wie eine Schlagader, der durch das Herz der östlichen Rivalin fliesst . In majestätischer Breite fliesst die Donau mitten durch die Stadt und teilt sie in zwei ungleiche Teile, in das kleinere Buda der Hügel und das grössere Pest der Tiefebene. Wo immer man durch diese unvergleichliche Stadt geht, die Strassen führen immer zum Fluss, werden zu Brücken, die sich von Ufer zu Ufer schwingen. Und so abwechslungsreich die Geschichte dieses Landes, so vielfältiger Natur sind die Brücken, die über mir vorbeigleiten.

Nur ein Zwischenstop in dieser Stadt. Leider. Zum dritten Mal statte ich ihr einen Besuch ab. Und zum dritten Mal sind es nur wenige Stunden. Zu spät habe ich die elektronische Notiz des Fachberaters hier in Budapest identifiziert. Zu spät um zu verweilen.

Und dann geht’s Richtung Mohac. Es geht nach Pecs. Dort, wo der berühmte Wein auf mich wartet.

"Dem Deutschen Becs, dem Ungarn Pecs" die Deutschen haben Wien, die Ungarn Pecs, heisst es in einem Sprichwort.

Dort ist die Hälfte der Reise geschafft. 1410 Kilometer gepaddelt und 1448 stehen noch aus. Eine Pause wird eingelegt werden. Der Körper und der Geist muss sich erholen - bevor es durch die Schluchten des Balkan geht. Und kein Kara Ben Nemsi, kein Hadschi Halif Omar Ben Hadschi... werden mich begleiten.

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Von Ungarn bis Bulgarien

Soeben habe ich über eine Stunde einen Text geschrieben, dieses Internet-Cafe hat alle Informationen, kurz bevor ich sie senden konnte, vernichtet. Hab keinerlei Lust nochmals alles zu schreiben. Und immer wieder, nun schon das dritte Mal eine andere Tastatur. Es kotzt mich so an.

Am Nachmittag des 4. 9.weitergepaddelt. Es sind genau 657 Kilometer. Habe den Balkan und die ach so  bösen Serben überlebt. Grenzkontrolle sehr abstrus.

Novi Sad erreicht und Peterwardein. Die Schwaben sind mittlerweile aus dem Stadtbild verschwunden, keiner wird hier mehr meinen Dialekt verstehen.

Die Gegend wirkt reich. Weinberge und fruchtbare Felder. Kleine Dörfer und idyllische Städtchen ziehen vorbei.

Und dann Belgrad, doch entgegen meines Plans habe ich doch keinen Stopp eingelegt. Irgendwie scheint es nicht zu meiner Tour zu passen den Grossstädten die Ehre zu geben.

Belgrad, die weisse Stadt, schon die Römer hatten den Wert der Kalkfelsen über dem Dreieck der Flüsse erkannt, auch Byzanz hielt die Festungsmauern instand. Und viele Völkerschaften hernach zogen hier vorbei und hinterliessen ihre Spuren. Jazygen, Goten, Slawen, Hunnen und Awaren.

Am fünften Tag taucht vor mir Ram auf. Schon von weiten ist dass Armata-Kastell zu sehen. Rechts und links erheben sich Hügel drücken sich abn den Fluss, beengen ihn. Die Landschaft hat sich schlagartig geändert. Der Wind findet hier einen beängstigenden Kanal gen Westen

Und genau beim Eintritt in diese Enge beginnt auf der linken Seite Rumänien. Genau hier erreiche ich das siebte Donauland.

Freitag, der 9.9., der sechste Tag. Heute ruht der Wind noch nicht.

Wie heftig kann es noch kommen. Es ist mehr als Wind, Sturm ist das bessere Wort, er peitscht mir entgegen, türmt die Wellen auf. Der Kiel des Kajaks keilt durch die gischtenden Wellenkämme. Hier kamen mir zum ersten Mal Gedanken des Schluss machens, das heisst ein Transport um diese Stelle

DANN BEGEGNUNGEN

1. Serbische Fischer, wenn man überall anhalten würde, wo man eingeladen wird, könnte man noch Monate durch Serbien paddeln.

2. Herje der Franzose, genau vor Golubac hat ihn das Schicksal vorbeigeblasen. Auch er Bedenken, zu zweit waren wir uns sicher.

 

GRENZABSRUSITÄTEN

Beschreibungen der Übertritte. In Serbein recht Kafkaest

In Bulgarien kurz vor Vidin. Die Fluss-Grenzpolizei hält mich auf, drei Stunden lang. Einen ausserordentlichen Stempel bekommen. Kann weiter, nachdem der höhere Offizier mit dem Stempel extra aus Vidin angefahren kam.

 

GRENZFLUSS

Aus Ungarn hinaus gleich zwischen Kroatien und Serbien. Nicht wenige zerschossene Hauser, Kirchen und Türme zu sehen. Eine beängstigende Atmosphäre.

DJERDAB: Beschreibung eines gigantischen Donauduchbruchs, einzigartig. Hier finden sich die Gedenktafeln an die römischen Kaiser, die eine Strasse in den Fels haben schlagen lassen. Die Staustufe hat vieles überschwemmt. Auch die türkische Inselfestung Ada Kaleh.

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Untere Donau - Belgrad zum Schwarzen Meer

VON VIDIN BIS ZUM KAKKEKOTZEN

Dünschiss oral ist nicht lecker, aber leider fühl ich mich im Moment dahingehend.

Wie oft können Texte verschwinden und irgendwelche Leute meine Gedanken zerstören. Gedanken sind nicht zu zerstören, denn sie sind frei, aber Gedanken, die in langwierigem "Tippprozess" zu Papier gebracht werden erfahren mitunter eine perverse Mutation.

Ordinär sollte es nie werden, aber die Emotionen kochen schnell hoch / über den Topfrand hinaus.!

Ich bin also nunmehr in Bulgarien angekommen. Ja! in dem, wie Professor Kiepert einst schrieb, unbekanntesten Land Osteuropas. Und Kanitz - wer ist Kanitz? - statementete am Ende des letzten Jahrhunderts, dass die Donau unbekannter als der Nil sei und von den Völkern an deren Unterlauf man weniger wisse als von den Südseeinseln (Professor Kotzel oder Hotzel oder Huertel.. , Quell! en sind eben  oder auch nicht , wollen wir nicht genau ungenau sein.)

Und dann ist alles weg, ja! alles weg! Der Text der noch vor kurzem auf dem Bildschirm schwarz auf weiss leuchtetet, ist, weg! weg, und ob der Text, den ich jetzt nachträglich hier rekonstruiert habe (welch Tautologismus) der Gleich ist wie der Anfängliche, muss bezweifelt werden. Der Text, den ich jetzt gerade wiedergebe mag wohl inhaltlich der gleiche sein, dennoch hat er durch dieses "Zweite-Mal" , durch die Komponente Zeit eine andere Qualität erreicht. Und ist es nicht mit jedem Text so? Ein Schriftsteller schreibt seine Gedanken nieder...

Aber ich bin nicht allein. In Vidin fiel Petko Slawejkow, der erste wirkliche moderne Dichter Bulgariens, in den Cibar, einen Nebenfluss der Donau, und verlor im Wasser einige Manuskripte. .

Texte, die der wohlwollenden (?) Gottheit des Vergehens und Vergessens geopfert wurden - wobei so manches andere Schriftstück gut als Opfergabe geeignet wäre.

Vidin war ein Hafenviertel der Geschichte. Es gab hier Raguser, Albanier, Exilkurden, Drusen aus dem Libanon, Zigeuner, Griechen und Albanier; und es gab vor allem Tataren und Tscherkessen.

Ich bin weiter abwärts gepaddelt und genau dort, in der Gegend von Lom, an einem Landstrich entlang der Donau bestand vornehmlich das tscherkessische Territorium. Ich frage mich die ganze Zeit, wo Bulgarien ist, was es ist, wer es ist. Man sagt, dass Bulgarien ein wesentliches Zentrum Grossslawiens sei. Hier hat sich dank Kyrill und Method die palaeoslawische, die altbulgarische Sprache gebildet.

(Ich mach schluss, keine Lust wieder alles stundenlang zu schreiben, Morgen gehst weiter).

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2. Oktober 2005

PRESSEMITTEILUNG

Ismail

2900 Kilometer und 10 Länder liegen hinter ihm. Martin Fluch, der am 8. August in Donaueschingen mit einem Kajak gestartet war, hat am 1. Oktober um 10.30 Uhr den "nullten" Kilometer erreicht.

Nach knapp 1500 Kilometern hatte der Lehrer aus Eppelheim in Mohac eine viertägige Pause eingelegt, um seine Eltern, die hier übersommern zu besuchen. Wenn bis hierher noch Land und Leute den Mitteleuropäern wohbekannt sind, sollte ab nun der unbekanntere Teil der Reise beginnen. Rumänien und Bulgarien sind immer noch keine überlaufenen Touristenziele und Modavien und die Ukraine sind nahezu weiße Flecken auf der Reisekarte.

Vor der Weiterreise Richtung Schwarzes Meer wurde er gewarnt in Serbien, Rumänien und Bulgarien vorsichtig zu sein - überall gebe es Baditen, und jeder zweite Serbe habe eine Waffe. "Und dann wurde ich andauernd zu Kaffee und Raki eingeladen, zum Frühstück und zum Fisch grillen".Der "wilde Balkan", so der Eppelheimer, schlage Deutschland bezüglich Gastfreundschaft um Längen.

Nur in den Staustufen des Eisernen Tores, dort wo die Donau sich durch den Balkan schneidet und sich extremst verengt hatte er Herzklopfen. Der starke Wind und die Sturmböen türmten die Wellen nicht selten über einen Meter auf. Es ging alles gut. Und am Samstag den 24. September fuhr Martin Fluch in den Hafen von Ismail ein. Von einer begeisterten Menge von Schülern, Studenten, Kollegen und Freunden - allen voran seiner Ehefrau und den Schwiegereltern - wurde er empfangen. Zwei Fernsehsender und einige Ismailer Printmedien waren bei diesem für die Stadt besonderen Ereignis anwesend.

Die letzten 93 Kilometer bis zum Schwarzen Meer nahm er allerdings erst eine Woche später in Angriff. "Es gab so viele Freunde und Bekannte zu besuchen, dass ich kaum in meiner Wohnung war", außerdem habe er auf einen ganz besonderen Tag gewartet.

Am 31. September startete er auf seine letzten Kilometer und so zog der Lehrer, der acht Jahre hier in Ismail gearbeitet hatte, pünktlich zum "Tag der Stadt Ismail" sein Kajak auf die letzte Sandbank vor dem Schwarten Meer, dort wo das Wasser aus dem Schwarzwald seinen längstmöglichen Weg hinter sich hat und sich ins Meer ergießt, dort wo die große bronzene Null steht.

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